Geschichtliches
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Gründung der
Schützengesellschaft Friesach im Jahre 1986 war es notwendig, auch den
Nachweis für das oben angeführte Gründungsjahr zu erbringen. Es war
daher zweckmäßig, Nachforschungen im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt
anzustellen um Hinweise auf das Jahr 1736 zu erhalten.
Nach zwei Wochen Forschung in den alten Dokumenten fanden sich sogar
Hinweise auf ein noch früheres Gründungsjahr, dies konnte jedoch nicht
einwandfrei nachgewiesen werden.
Eines der historischen Dokumente war eine Beschwerde des damaligen
Stadtprobstes von Friesach bei der hohen Obrigkeit in Klagenfurt, dass
die Bürgerherren von Friesach zur Zeit der Hl. Messe am Sonntag das
Schießen übten. Der damalige Oberschützenmeister musste sich persönlich
und schriftlich vor der Obrigkeit in Klagenfurt verantworten und tat es
unter anderem mit dem Hinweis, dass das Schießen mit dem Kugelgewehr
schon zur Zeit der Herrschaft Salzburgs in Friesach geübt wurde (also
vor weit mehr als 250 Jahren). Um nun das Schießen weiterhin ausüben zu
können, wurde nach einem neuerlichen Protest des Probstpfarrers vom
26.Juni 1843 und einer weiteren Rechtfertigung der Schützengesellschaft
sowie der Unterschrift sämtlicher Schützenmitglieder das
Scheibenschießen vom Kreisamt am 12.August 1843 weiterhin gestattet. Die
Schützengesellschaft stellte jedoch das Schießen mit dem Kugelstutzen
auf die damals neu erfundenen Nadelgewehre um, in welche nur ein kleines
Bleischrot geladen wurde um nach einer nur 20 Schritte entfernten
Scheibe zu schießen, was ohne jedes Geräusch möglich war.
Das Schießen wurde damals im Höferer-Garten abgehalten und wurde Jahre
danach in das Gasthaus Höferer verlegt.
Weitere Stationen waren das Gasthaus Rauchenwald, das "Blaue Haus" (Cafe
Petersberg), der Keller im Gasthof Schöffmann und bis zur Errichtung des
Sportzentrums Olsa 1996 im großen Saal des Gasthauses Schöffmann.
Aus der Zeit des Vorderladerschießens gab es in Friesach auch ein
Schützenhaus welches mangels Verständnis um 1965 zum Abbruch freigegeben
wurde und deshalb sicher viele wertvolle Schützenscheiben und andere
Schätze verloren gegangen sind.
Aus der wechselvollen Geschichte der Schützengesellschaft Friesach
ergeben sich aber auch Hinweise auf sehr verdienstvolle Funktionäre wie
zum Beispiel OSM Petrowitsch (1.OSM nach dem 2.Weltkrieg),
Dr. Wöhrer, Anton Bauer, Günther Herbst, Dr. Wimmer, Franz Köchl ,DI Roland
Frank, Wilhelm Hoi. Diese Männer haben sich um das Schützenwesen in Friesach große Verdienste erworben.
1996 schließlich war es soweit und die Schützen konnten in die moderne
Schießstätte im Keller des neuerbauten Sportcenters auf der Olsa
einziehen. Diese Schießstätte ist wohl als eine der schönsten Anlagen
Kärntens anzusehen!
In den letzten Jahren wurden mit der Schützengesellschaft Neunkirchen
(NÖ), die das selbe Gründungsjahr als unser Verein vorweisen kann, sowie
dem Schützenverein Ma. Theresia (NÖ) freundschaftliche Bande geknüpft
und es findet ein reger Austausch statt.
Seit der Unterzeichnung der Partnerschaft von Friesach mit Bad Griesbach
(Bayern) ist auch mit dem dortigen Schützenverein in Weng eine enge
Bindung entstanden und die Freundschaft wird mit sportlichem und
gesellschaftlichem Kräftemessen sehr gepflegt.
Möge das Schützenwesen in Friesach auch weiterhin zum Wohle der Jugend, einer
sinnvollen Freizeitbeschäftigung aber auch der Traditionspflege wegen
einen weiteren Aufschwung erhalten. Gedankt sei an dieser Stelle aber
auch dem Amt der Kärntner Landesregierung, dem ASVÖ-Kärnten und der
Stadtgemeinde Friesach für die Unterstützung!